×
Start Start Start Start
Profile EWG Rheine
Kurzweiliges erstes Jahr

EWG-Geschäftsführer Ingo Niehaus im Gespräch

Herr Niehaus, Sie sind jetzt seit einem Jahr Geschäftsführer der EWG. Wie fällt Ihre persönliche Bilanz aus?

Das war schon ein sehr kurzweiliges und intensives erstes Jahr, welches natürlich sehr stark durch Corona geprägt wurde. Kaum waren die häufig zitierten ersten 100 Tage um, ging es auch schon in den Lockdown mit all seinen Begleiterscheinungen. Die erhaltenen Rückmeldungen zeigen uns, dass wir das als EWG im letzten Jahr ganz ordentlich gemeistert haben.

Was hat Sie besonders überrascht?

Auffällig positiv war die von Anfang an gute Zusammenarbeit innerhalb der EWG, mit dem Rathaus, der Politik, den wirtschaftsnahen Netzwerken und der Wirtschaft selbst. Nur so lassen sich Projekte für den Standort erfolgreich realisieren. Wirklich überrascht hat mich, dass auch nach über 15 Jahren noch viele Kontakte aus meinem langjährigen Engagement als Fußballer beim FC Eintracht Rheine bestehen – eine schöne Begleiterscheinung.

Wie unterscheidet sich die Wirtschaftsförderung in Rheine von ihrem früheren Arbeitgeber, der Wirtschaftsförderung in Nordhorn?

Allein durch die Größe (80 000 vs. 55 000 Einwohner), aber auch in Bezug auf die relevanten Themenfelder sind wir in Rheine etwas breiter aufgestellt. Innenstadtmanagement und auch Stadt- oder Standortmarketing spielen hier eine größere Rolle. Außerdem ist die EWG nicht als Amt, sondern als GmbH organisiert. Im Ergebnis kann die EWG teilweise agiler und näher an der Wirtschaft agieren.

Wie entwickelte sich ihr Interesse für die Wirtschaftsförderung? Ihr Lebenslauf liest sich zunächst wie der eines Bänkers, bzw. Unternehmensberaters.

Um ehrlich zu sein war dieser Quereinstieg eher zufällig. Eine Stelle im Bereich Wirtschaftsförderung war vakant und ich hatte den Wunsch, heimatnah zu arbeiten. Einige wenige Gespräche haben gereicht und ich war überzeugt. Wirtschaftsförderung ist unglaublich facettenreich und bietet viele Möglichkeiten zur Gestaltung.

Haben Sie sich bewusst dafür entschieden, in der Region zu bleiben oder war es eher zufällig?

Sehr bewusst. Der hier in der Region eher ländlich geprägte Raum bietet für meine Familie und mich ein überzeigendes Gesamtpaket.

Was macht den Wirtschaftsstandort Münsterland und insbesondere Rheine aus?

Erfolgreiche Unternehmer mit Machermentalität, welche in Chancen und nicht in Problemen denken. Außerdem passen die Rahmenbedingungen für Unternehmen und Mitarbeiter gleichermaßen. Das zeichnet die Region aus und hat in den letzten Jahren dazu geführt, dass Arbeitslosenquote und Steueraufkommen überdurchschnittlich gut entwickelt haben.

Wie resilient ist der Standort gegen Krisen – insbesondere in der aktuellen Situation?

Eine spannende Frage. Aus meiner Sicht, das zeigen auch die bisherigen Zahlen in diesem Kontext, sind wir in Rheine aufgrund des breiten Mittelstandes ohne nennenswerte Abhängigkeiten zu bestimmten Branchen gut aufgestellt. Auf Dauer werden sich aber auch bei uns die corona-bedingten Einschränkungen weiter bemerkbar machen.

Wie kann die EWG helfen, um die Unternehmen in der aktuellen Situation zu entlasten?

Zum einen den Unternehmensservice weiter stärken. Bei der herrschenden Dynamik neuer Corona-Verordnungen und damit verbundenen Unterstützungsmöglichkeiten der öffentlichen Hand wollen wir als Ansprechpartner Transparenz in der herrschenden Informationsflut schaffen. Zum anderen mit coronaspezifischen Angeboten, um die Rahmenbedingungen am Standort zu verbessern. Bspw. steht die winter:city für die stark betroffene Innenstadt in den Startlöchern.

Was sind die häufigsten Forderungen, die Unternehmen aktuell an Sie richten?

Erfreulicherweise waren das in den letzten drei Monaten auch wieder häufiger Flächenanfragen oder Erweiterungswünsche von Unternehmen. Das Thema Corona und damit verbundene Unterstützungsanfragen sind natürlich weiter omnipräsent.

Wie können auch zukünftig neue und junge Unternehmen in der Region angesiedelt werden, wenn die Corona-Situation weitestgehend im Griff ist aber wohl gespart werden muss?

Es gibt immer wieder mutige und innovative Gründungen in Rheine. Die Gründungsberatung in Zusammenarbeit mit der WESt als zertifiziertes Startercenter ist dabei ein zentraler Baustein. Auch die räumlichen Möglichkeiten spielen hier eine wichtige Rolle – das bestehende Co-Working Angebot in Rheine bietet hier beispielsweise flexible Einstiegsmöglichkeiten.


Kontakt

Entwicklungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft für Rheine mbH
Heiliggeistplatz 2
48431 Rheine
Tel.: 05971 / 80 06 6-0
Mail: info@ewg-rheine.de
www.ewg-rheine.de