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Profile Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf
Ein Langstreckenläufer am Ziel

Der Lebenslauf von Frank Tischner liest sich an manchen Stellen wie der eines Langstreckenläufers

Einen langen Karriereweg hat er zurückgelegt und so manchen Streckenposten passiert, bis er 2011 als Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf (KH) sein Ziel erreicht hatte. Es ist ein Berufsweg mit vielen Kurven, Steigungen und auch kurzen Gefällen.

An den Start ging er ohne Abitur oder Studium, aber mit einer betrieblichen Ausbildung. Seine berufliche Langstrecke umreißt Tischner als „Weg über Rückschläge, Reife und Erfahrung. Ich habe immer das gemacht, worin ich talentiert bin und woran ich Freude habe.“ Im nächsten Schritt habe er dann geschaut, wie er sich weiterentwickeln kann. 1986 begann er eine Ausbildung zum Bäcker, an die er eine weitere Lehre als Konditor anschloss. In diesem Handwerk legte er dann auch seine Meisterprüfung ab. Er arbeitete in verschiedenen Anstellungen und Orten als Konditor und Patissier – eine Zeit, die ihn besonders prägte - im Positiven wie im Negativen. „Ich hatte einmal die Wahl als Konditor auf einem Schiff oder in Paris zu arbeiten. Das Schiff hatte dann einen Schaden, also ging ich nach Paris. Dort war ich aber todunglücklich und kam nach wenigen Wochen zurück. Das war sicher nicht angenehm, nachdem ich mich gerade erst von der Familie, den Freunden und Kollegen verabschiedet hatte.“ Letztlich verbuchte er es aber als Erfahrung, dass jede Chance auch das Risiko des Scheiterns in sich birgt. Die geglückten Chancen überwogen aber. So leitete er als Confiseur bei der Confiserie Läderach die Produktentwicklung. Mit seinem Wechsel zum Süßwarenhersteller Storck bekam er dann die Möglichkeit, an einem Marketing-Traineeprogramm teilzunehmen, „obwohl hierfür eigentlich ein Hochschulabschluss Voraussetzung war“, erzählt Tischner nicht ohne Stolz.

Eine neue Herausforderung fand er schließlich bei der deutschen Niederlassung des US-amerikanischen Lebensmittelkonzerns Campbell‘s in Lübeck. Nach seinem Aufstieg zum Senior Key Account Manager betreute er dort unter anderem Großkunden wie die EDEKA-Zentrale. Nach acht Jahren Tätigkeit in Konzernstrukturen bedeutete der Wechsel zur KH für Frank Tischner eine Rückkehr zu seinen Wurzeln im Handwerk, aber eben nicht als Handwerksmeister, sondern als Manager und Marketing-Fachmann. Es gab nach eigener Aussage keine finanziellen Gründe für den Wechsel, es war der Wunsch „nach langer Zeit wieder als Person wahrgenommen zu werden“, so Tischner. Der vertrauensvolle Umgang mit den Handwerksunternehmern und die vielen Möglichkeiten, seine beruflichen Erfahrungen und sein Wissen einzubringen, sind für ihn die Bestätigung für die Richtigkeit seiner Entscheidung. Neue Wege werden unter seiner Führung für das hiesige Handwerk und die Innungsunternehmen beschritten. Sei es das internationale Engagement bei der Berufsbildungsarbeit in Afrika und mit der Durchführung einer nationalen Imagekampagne in Jordanien, die Durchführung von Social Media Projekten zur Nachwuchsgewinnung wie die Youth Craft Factory oder neue Angebote für die Unternehmen wie der externe Datenschutz oder die Großtagespflegestelle „kids.company“ im eigenen Haus – Frank Tischner prägte die KH in den letzten neun Jahren. Seine Expertise wird von der Wirtschaft, der Verwaltung oder Politik nachgefragt. Und er nutzt dies, um sich klar gegen Extremismus und für die Integration in unsere Gesellschaft zu positionieren. „Das macht mir Freude. Und auch die Betriebe finden es gut, dass da jemand mit Haltung vorangeht.“


Kontakt

Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf
Laugestraße 51
48431 Rheine
Tel.: 05971 / 4003-8000
Mail: rheine@kh-st-waf.de
www.kh-st-waf.de